Mit der Cappella Musica Antica wurde im Jahre 2001 ein wahrhaft
außergewöhnliches Ensemble ins Leben gerufen. Es ging
aus dem Trompetenensemble Karl-Heinz Halder hervor und besteht
durchweg aus erfahrenen Musikerinnen und Musikern, die solistisch
tätig sind, aber auch in namhaften Klangkörpern wie
zum Beispiel dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR oder
den Stuttgarter Philharmonikern wirken.

Das Außergewöhnliche: Je nach Anforderung der Kompositionen
variiert die Besetzung auch innerhalb einer Konzertveranstaltung
zwischen vier und knapp zwanzig Mitwirkenden. Spezialisiert auf
Ensemble und Kammermusik des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts,
machte der Ensemble-Gründer Karl-Heinz Halder dabei einst
kurzerhand aus der Not eine Tugend. Denn im 17. und 18. Jahrhundert
pflegten sich Komponisten als Hofangestellte bei der Besetzung
ihrer Werke an den Gegebenheiten des jeweiligen Hofes zu orientieren.
Je nach Anzahl, Instrumente und Können der dortigen Musiker
wurden also Werke in Besetzung und Schwierigkeit der Hofkappelle
angepasst und ihr auf den Leib geschrieben. Das Resultat, eine
immense Bandbreite dieser Kompositionen, erfordert bei heutigen
Aufführungen die entsprechende Flexibilität eines Ensembles.
So finden sich in den Programmen der Cappella Musica Antica Werke
für Trompeten in unterschiedlicher Anzahl (bis hin zu acht!)
in variierender Kombination mit anderen Solostimmen, Streichern
und Basso continuo. Die Trompeter des Ensembles musizieren dabei
auf ventillosen Naturtrompeten. Einer der Schwerpunkte der Cappella
Musica Antica ist die Musik am Hofe von Kromeriz (Kremsier) in
Mähren, wo im 17. Jahrhundert die Komponisten Heinrich Ignaz
Biber (1644-1704) und Pavel Josef Vejvanovsky (1633-1693) nacheinander
als Hofkapellmeister wirkten. Biber war zudem Geiger, Vejvanovsky
Trompeter - beide wussten für ihr Instrument anspruchsvoll
und virtuos, ja sogar Bahn brechend zu komponieren und stellten
es durch unterschiedliche Instrumentenkombinationen in immer neues
Licht. Das Ensemble Cappella Musica Antica besticht in seinen
darauf abgestimmten Programmen durch die Vermittlung eines lebendigen
Klangbilds vom Musikleben an europäischen Fürstenhöfen
dieser Zeit. „Kein Wunder“, urteilte die Presse nach
einem Konzert, „dass sich das Publikum restlos begeistert
gab und lautstark eine Zugabe forderte.“

Die Cappella Musica Antica zu Gast beim
MEHIR MUSIK FESTIVAL FALERA
Ilanz, 28.November 2009